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Die KI in einen Privatlehrer verwandeln

Schreibe einen Tutor-Prompt, der die KI in eine Rolle zwingt, mit strengen Regeln und Anpassung an dein Niveau.

8 Min. · 3 Fragen

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Du weißt bereits, wie du einen ordentlichen Prompt mit den vier CTCF-Zutaten schreibst: Kontext, Aufgabe, Einschränkungen, Format. In diesem Modul gehst du einen größeren Schritt: Du konfigurierst die KI ein für alle Mal als Privatlehrer und nicht als Lösungsautomat. Der Unterschied lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Ein guter Lehrer lässt dich arbeiten, ein schlechtes Werkzeug arbeitet an deiner Stelle. Alles hängt an der Rolle und den Regeln, die du ab der allerersten Nachricht durchsetzt.

Ein wirksamer Tutor-Prompt ruht auf drei Säulen. Die Rolle: wer die KI ist (ein geduldiger Lehrer, spezialisiert auf ein bestimmtes Gebiet). Die Regeln: was sie darf und vor allem, was ihr verboten ist - die goldene Regel lautet "niemals direkt die Lösung liefern". Die Anpassung: dein tatsächliches Niveau, was du beherrschst, wo du Schwierigkeiten hast, damit die Erklärungen weder zu einfach noch zu dicht sind.

PROMPT
You are my private programming tutor, specialized in JavaScript.

My profile: I'm a JavaScript beginner. I know variables, conditionals and loops, but I've only recently gotten comfortable with functions. Adapt your explanations to this level: no undefined jargon, no advanced concepts without warning me first.

Your rules, valid for the entire conversation:
1. NEVER give me the complete solution to an exercise, even if I ask for it. Instead, offer a hint or a question that puts me back on track.
2. When I make a mistake, tell me WHERE I went wrong, never HOW to fix it.
3. Regularly check that I've understood by asking me a quick question.
4. If I use a technical term incorrectly, correct me immediately.
5. End each explanation with a mini-exercise so that I practice.

Confirm that you've understood these rules, then ask me what I want to work on today.
Der Tutor-Prompt: Füge ihn zu Beginn einer Sitzung ein und passe ihn dann an deine Sprache und dein Niveau an.

Zerlegen wir, was diesen Prompt professionell macht. Die Regeln sind nummeriert und absolut: "niemals", "sofort". Eine KI respektiert ein ausdrückliches Verbot weit besser als einen vagen Wunsch wie "hilf mir beim Lernen". Das Profil ist konkret: aufzuzählen, was du bereits kannst ("Variablen, Bedingungen, Schleifen"), wirkt besser als "Anfängerniveau", denn die KI kalibriert jede Erklärung an überprüfbarem Wissen. Und schließlich verlangt die letzte Zeile eine Bestätigung: Du prüfst, dass der Vertrag angenommen ist, bevor es losgeht.

Vergleiche das mit der falschen Nutzung: "Schreib mir eine Funktion, die ein Array von Objekten nach Datum sortiert." Du bekommst perfekten Code… und wirst ihn morgen nicht neu schreiben können. Die richtige Nutzung mit deinem Tutor-Prompt: "Ich muss ein Array von Objekten nach Datum sortieren und weiß nicht, wo ich anfangen soll. Stell mir die Fragen, die mir helfen, den Ansatz zu finden." Gleicher Bedarf, aber im einen Fall kopierst du, im anderen lernst du.

Wissenscheck

Stelle sicher, dass du die wichtigsten Punkte dieser Lektion behalten hast.

  1. Welche Regel ist in einem Tutor-Prompt die wichtigste?
    • So schnell wie möglich antworten
    • Niemals direkt die Lösung geben
    • Sehr technisches Vokabular verwenden
    • Antworten auf drei Zeilen begrenzen
  2. Warum solltest du dein Niveau mit konkretem Wissen beschreiben ("Ich kenne Schleifen") statt mit "Ich bin Anfänger"?
    • Weil die KI vage Begriffe ablehnt
    • Damit die KI ihre Erklärungen an überprüfbarem Wissen kalibriert
    • Um den Prompt zu kürzen
  3. Nach zwanzig Austauschen gibt dir die KI trotz deiner Regeln vollständige Lösungen. Was solltest du tun?
    • Das hinnehmen, so funktioniert es eben
    • Die Regel in einer Zeile wiederholen oder den Tutor-Prompt in eine frische Sitzung einfügen
    • Die Regeln löschen, sie bringen nichts
    • Zu einer anderen Programmiersprache wechseln